Allgemeine Infos

Die Ausgangslage für eine erforderliche Munitionsbergung

In der Zeit des Zweiten Weltkrieges gingen zwischen 1940 und 1945 unzählige Bomben auf Deutschland nieder. Von dem massiven Bombenhagel wurden die unterschiedlichsten Areale betroffen:

- militärische Einrichtungen
- zivile Produktionsstätten
- Infrastruktur wie Brücken und Straßen
- ganze Wohngebiete

Im Luftkrieg über Deutschland kam es zu verheerenden Zerstörungen. Etwa 2.700.000 Tonnen Bomben sollen zum Einsatz gekommen sein, durch die viele Menschen ums Leben kamen, verwundet wurden oder ihr Zuhause verloren. Etwa 10 bis 15 Prozent der Sprengkörper aber explodierten nicht und wurden im scharfen Zustand verschüttet. Teilweise sind sie unentdeckt geblieben, durch Erdbewegungen verlagert und an anderen Orten durch Erdreich oder andere Oberflächen verdeckt worden.

Dabei handelt es sich nicht nur um nach wie vor gefährliche Bombenblindgänger, die bis heute Einsätze zur Kampfmittelbergung erforderlich machen. Vielmehr geht es auch um Munition mit kleinem Kaliber ab 2 cm, die teilweise von der Flak herrühren. Diese Blindgänger weisen häufig vorgespannte Zündsysteme auf. Nahkampfmittel, die Soldaten bei sich trugen, wurden auf der Flucht aus Angst, damit erwischt zu werden, vielfach weggeworfen und in manchen Gegenden überall verstreut. Diese Blindgänger haben im Zuge der Munitionsräumung sogar damit erfahrenen Arbeitskräften das Leben gekostet oder zu Verstümmelungen geführt.

Wir weisen bewusst auf diese nicht zu unterschätzende Gefahr hin, um ein spezielles Anliegen der mit einer Munitionsbergung beauftragten Kampfmittelräumdienste zum Ausdruck zu bringen. Denn bei den Aufräumungsarbeiten für den Wiederaufbau wurden zwar Trümmer und Schutt im großen Umfang beseitigt, doch geschah dies mit den damals zur Verfügung stehenden provisorischen Mitteln. Diese lassen sich mit den Baumaschinen nach heutigem technischen Standard nicht vergleichen. Insofern wird deutlich, dass im Nachkriegsdeutschland weder eine systematische noch eine komplette Entmunitionierung möglich war.

Außer den Luftangriffen fanden zahlreiche weitere Kamphandlungen auf deutschem Boden statt, darunter Artilleriebeschuss, Einsätze von Panzern und Panzerabwehr und weiteren Waffen. Auch diese wurden nicht alle gezündet. Bedingt durch die Verwerfungen des Krieges befanden sich Tausende von Soldaten auf der Flucht und vergruben ihre Waffen und Munition. Der englische Begriff UXO (Unexploded Ordnance = nicht explodierte Munition) ist ebenfalls üblich für Patronen, Granaten, Bomben und andere Blindgänger, die vielerorts eine Munitionsbergung erforderten und weiter erfordern.

Eine vollständige Munitionsräumung und Kampfmittelbergung war nach Kriegsende schon deshalb nicht möglich, weil die mit dem Wiederaufbau in Zusammenhang stehenden Herausforderungen ein gigantisches Ausmaß besaßen. Als Folge davon befinden sich hierzulande noch zahllose Kampfmittel in einem detonierfähigen Zustand im Boden und stellen unsere Firma Semmler Munitionsbergungs GmbH vor immer neue Aufgaben der Entmunitionierung und des Auffindens und Bergens von Granaten und Bomben. Diese Blindgänger aus dem Krieg bedeuten jetzt und zukünftig weiterhin eine immense Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Bevölkerung und sind zugleich ein Risiko für den Erhalt von Anlagen und Sachwerten.

Viele Menschen sind sich dessen gar nicht bewusst, doch auf unserem Territorium befinden sich auch sieben Jahrzehnte nach Kriegsende noch immer Kampfmittel in einer unfassbar großen Anzahl. Sie schlummern durch keinen unserer Sinne wahrnehmbar unter der Erdoberfläche und können einen Riesenschaden anrichten. Vielerorts gibt es keinerlei Anzeichen mehr für die einstigen Kampfhandlungen und die damit verbundenen Zerstörungen. Aber die Gefahr, die von nicht beseitigten Kampfmitteln ausgeht, ist damit nicht ausgeräumt. Munitionsbergung bleibt auch heute noch in vielen Regionen ein unverzichtbarer Vorgang.